Seife

Naturseife – Umweltschonender Saubermacher

Nachhaltigkeit und Ressourcen schonen wird zum Glück ein immer größerer Anspruch, auch in unserem Alltag. Daher ist es kein Wunder, dass Seifen und feste Waschstücke immer mehr unsere Badezimmer erobern. Wollen wir einen genaueren Blick darauf werfen?

Seife gibt es schon länger als ich dachte!

Schon vor 6500 Jahren kannten die Sumerer eine Art Vorläufer der Seife in Form einer Paste, so fand man Rezepturen in Keilschrift auf Tontafeln. Die alten Ägypter nutzten vor über 4000 Jahren offenbar ähnliche Seifen. Bei den Sumerern und Ägyptern dienten diese Seifen allerdings als Heilmittel für Hautleiden, ohne die reinigende Wirkung zu nutzen. Etwa 200 n. Ch. verwendeten dann die Römer Seife auch zur Körperreinigung. Im 7. Jahrhundert verfeinerten Araber die Herstellung der Seife und über Spanien kam so Seife als festes Stück nach Europa.
Im Mittelalter erblühte daraufhin eine Badekultur und allerorts wurden die öffentlichen Badehäuser gut besucht. Bis zum 14. Jahrhundert. Durch die großen Seuchen wie Pest und Syphilis kamen die Menschen zu dem Irrglauben, Wasser und Seife schade dem Körper. Vor allem die Adligen wuschen sich gar nicht mehr. Erst im 17. Jahrhundert änderten Ärzte die Meinung zu Wasser und Seife, und ab dem 19. Jahrhundert wurde Seife industriell produziert.

Jeder kennt Seife, aber was genau ist sie?

Seifen sind waschaktive Substanzen – Tenside oder chemisch, die Alkalisalze von Fettsäuren. Das Verfahren zur Herstellung wird Seifen-Sieden genannt. Dabei werden pflanzliche oder tierische Fette bzw. Öle mit alkalischen Laugen „verseift“, also aufgespalten. Der dadurch entstehende Seifenleim enthält Glycerin und je nach Rezeptur, mehr oder weniger freies Fett – also Öl, das nicht verseift wurde. Außerdem hat Seife einen deutlich basischen PH-Wert. Beim Heiß-Sieden, werden die Rohstoffe stark erhitzt. Dadurch ist die Seife schneller fertig, verliert pflegende Eigenschaften, kann aber gut zu Kernseife weiter verarbeitet werden. Das „Kalt“-Sieden benötigt eine längere Reifezeit, nachdem Öl und Lauge auf ca. 60°C erhitzt wurden. Durch dieses Verfahren kann sehr gut bestimmt werden, wieviel Öl in der Seife verbleibt und somit der Seife auch wundervolle hautpflegende Eigenschaften verliehen werden.

Welche Arten von Seifen gibt es und wofür kann ich sie verwenden?

Hier will ich grob unterscheiden in Seifen für Reinigungszwecke ohne Rückfettung, und Seifen zur Körperpflege mit geringer oder höherer Rückfettung.

Waschen und Putzen:

Schmierseife wird mit Kalilauge, statt mit Natronlauge verseift und wird zu einer Paste,oder bleibt flüssig. Sie ist ein universelles Reinigungsmittel, gut fettlösend für Geschirr und kann auch gegen Blattläuse eingesetzt werden. Aus Hanf-, Lein- oder Rapsöl gewonnen, wird Schmierseife auch Grüne Seife genannt.

Kernseife entsteht durch Auskochen des Seifenleims mit Kochsalz, dabei trennen sich Glycerin und diverse Stoffe vom „Seifenkern“, der dann die Kernseife ergibt. Zur Anwendung kommt sie in Waschmittel, als Spülmittel und Allzweckreiniger. Man kann damit wohl auch die Zähne putzen. Ich habe es versucht, für mich war das nichts.

Die bekannte Aleppo Seife ist im Grunde eine Kernseife, die nach alter Tradition aus hochwertigen Ölen gesiedet und lange gelagert wird, wodurch sie viel Wasser verliert. Da ihr Lorbeeröl zugesetzt wird, wirkt sie antiseptisch, ist rückfettend und wird für Haut und Haar empfohlen. Auch Savon de Marseille ist eine Kernseife. Für die grüne Variante wird statt Palmöl, gutes Olivenöl verwendet – das macht sie zur Kernseife meiner Wahl.

Reinigung von Kopf bis Fuß:

Für Haut und Haare würde ich nur Natur-Seife aus hochwertigen Pflanzenölen empfehlen, am besten noch handgesiedet. Die Haut mag gerne eine Überfettung von etwa 10% und je nach ihren Bedürfnissen kann man Seifen mit verschiedenen pflegenden Inhaltsstoffen wählen.

  • Für die Gesichtsreinigung von einer Mischhaut empfiehlt sich Seife mit Tonerde, wie die Pure Cleansing Soap von Master Lin.
  • Für einer sehr sensible Haut empfehle ich eine Seife mit Meersalz wie die Totes Meer Salz Sole Seife von Nadeos.
  • Eigens für die Rasur konzipierte Rasierseifen enthalten besonders pflegende Ölen für eine irritierte Haut.

Für die Haarwäsche ist eine geringe Rückfettung wünschenswert, etwa 4% sind gut. Die Haarwäsche mit Seife ist etwas anders, als mit Shampoo. Zum einen schäumt die Seife nicht so stark und die Haarlängen bevorzugen einen sauren PH-Wert, daher braucht man unbedingt eine gute Pflegespülung oder eine saure Spülung mit Apfelessig und Wasser.

Gibt es auch nachhaltige Alternativen zu Seife?

Seife braucht nicht viel Verpackung, vor allem kein Plastik, das macht sie unter anderem so interessant wenn man die Umwelt schonen will. Nicht jeder will aber Seife nutzen, weil er sie nicht verträgt oder auch einen hautneutralen PH-Wert bevorzugt. Dafür gibt es im Handel auch seifenfreie Waschstücke, mit den verschiedensten Eigenschaften.

Festes Shampoo

Auch für die Haare gibt es attraktive Alternativen, ohne viel Verpackungsmaterial. Dabei handelt es sich um Shampoo mit den üblichen Inhaltsstoffen, nur ohne Wasser. So kann auch hier, wie bei der Seife, auf die Plastikflasche verzichtet werden und einige Stabilisatoren und Konservierungsmittel entfallen. Das Haarwascherlebnis ist wie beim klassischen Shampoo und eine Spülung braucht es nur bei stark kalkhaltigem Leitungswasser. Selbstverständlich empfehle ich auch hier, nur Produkte aus hochwertigen, natürlichen Rohstoffen zu verwenden. Unser Bestseller ist das Feste Hanf-Shampoo mit Hanf & Brennnessel von Logona

Die Umstellung – gehen Sie es an

Auch bei mir sind schon vor einiger Zeit die Duschbäder in ihren Plastikflaschen ausgezogen und die verschiedensten Seifen, mit ganz unterschiedlichem Duft und Zutaten, haben ihren Platz eingenommen. Zum Händewaschen, zum Duschen, für die Rasur. Ein wichtiger Pluspunkt ist für mich der PH-Wert, denn ich bevorzuge basische Körperpflege. Einige Reinigungsmittel sind weg und dafür verwende ich zum Putzen von Bad und Wohnung eine Kernseife aus Olivenöl.
Zu guter Letzt habe ich auch die Haarwäsche auf Seife umgestellt, mit einer sauren Spülung aus Apfelessig und ätherischem Palmarosa-Öl in Wasser. Es hat eine Weile gedauert, bis ich die richtige Haarseife für mich gefunden habe. Ich verwende regelmäßig Öle zur Pflege vor dem Waschen, das erhöht die Anforderungen an die Seife. Außerdem ist es ratsam, sich Zeit für die Umstellung zu lassen, damit sich Haar und Kopfhaut an die veränderte Pflege gewöhnen können. Meine persönliche Empfehlung ist die Haarseife von Nadeos!

Seifenkunst aus Glycerin

Zu guter Letzt möchte ich noch von einer besonderen Art Seife erzählen, die Glycerin-Seifen. Diese sind mehr oder weniger durchsichtig, lassen sich leicht schmelzen und umformen, halten sehr gut Duftstoffe und verfälschen die Duftnote nicht. Transparente Seifen müssen aus besonders reinen Rohstoffen gefertigt werden und erfordern viel handwerkliches Geschick. Jetzt zum Interessanten. Basis-Glycerin-Seife, auch Gießseife genannt können Sie ganz leicht schmelzen, mit ätherischen Duftölen Ihrer Wahl und vielleicht ein paar schönen Blüten verfeinern, um so eigene Seifenkunstwerke zu gießen. Auch für Kinder ein riesen Spaß und perfekt für individuelle Geschenke.

Wenn Sie bereits Seifen verwenden, konnte ich Ihnen vielleicht Neues erzählen und sollten Sie noch nicht umgestiegen sein, habe ich Sie vielleicht etwas neugierig gemacht.
Haben Sie noch Fragen? Dann finden Sie mich im Reformhaus Wallner!

INA-MARIA KLAWIKOWSKI

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Ina-Maria Klawikowski

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